Sonntag, 14. Juni 2015

Retrofit: Durch das Tor der Welten in der Praxis

Dieses Wochenende war Nordcon, und durch Bestechungsversuche seitens C. sah ich mich gezwungen, heute dort aufzuschlagen und eine Runde DAS anzubieten, mit dem gerade eben rezensierten Durch das Tor der Welten natürlich.

Wie zu erwarten, war die Besetzung der Runde mit 2 bis 3 Spielern die schon ein Wochenende Con-Beschäftigung mit dem einhergehenden Schlafmangel unter dem Gürtel hatten, nicht vollständig ideal; ein wenig zur Verwirrung beigetragen hat in einer Art karmischer Verschränkung, dass die Runde auf dem offiziellen Zettel als DSA und nicht DAS angekündigt wurde.

Das hat wahrscheinlich zu einer etwas unüblichen Auswahl geführt (einer der Spieler fragte mich, ob sein DSA 4/5 Charakter "kompatibel" sei; ich hatte schon mit nein geantwortet als mir einfiel, dass ich ja sagen hätte können, und dann mal schauen was so passiert).




Letztendlich haben alle Spieler einen der vorgefertigten Charaktere aus dem Modul gewählt –genauer, mit dem W20 erwürfelt– und waren damit zufrieden. Auch die Zauberbüchlein sind sehr gut angekommen; nicht nur als Anschauungsstück sondern auch als Inspiration für eigene Basteleien so schien es mir.

Wie in der Rezension andiskutiert, habe ich den zweiten Teil des Moduls, Auf dem Weltenbaum, geleitet. Die Spieler haben die Einleitung "Ihr werdet also von Kultisten in den Rachen einer Götzen-Statue gestoßen und nachdem sich etwas wie Fallen anfühlt, kommt ihr in diesem seltsamen Raum an ..." nicht zuletzt dank Ina Kramer's doppelseitiger Illustration gerne aufgenommen (einer der Spieler hat alle Illustrationen, die ich dank PDF schön ausdrucken und präsentieren konnte, mit seinem Handy abfotografiert).

Die Spieler haben mit der Umgebung gespielt, und ihre Charaktere konnten verschiedene Tiere und Monstrositäten nicht nur mit Kampfesstärke, sondern auch List und Tücke überwinden oder umgehen, auch wenn das Modul wirklich unglaublich viele Geschicklichkeits-Proben verlangt (aber die Spieler haben dann bald begonnen sich zu überlegen, wie sie ihren Auf- und Abstieg so absichern können, dass sie seltener würfeln müssen; insofern war es vielleicht viel, aber nicht zu viel). Die Session schloß im Dorf der Wathab, mit der Aussicht darauf, die Ebene Ras Tabors zu erforschen, nachdem man sich hier einige Wochen ausgeruht hatte.

Alle Spieler erwarteten an bestimmten Stellen, dass die Regeln es ihnen besonders schwer machten ("Darf ich gegen Mut würfeln um zu sehen ob ich mitgehe?" "Ja, aber du darfst es auch einfach so entscheiden." war noch harmlos, bei "Oh, ich hab daneben geschossen, mal schauen ob ich den anderen Charakter treffe" war ich dann doch baff). Einer der Spieler versuchte häufiger, durch detaillierte aber nutzlose Beobachtungen der Umwelt, die auch nicht abgesprochen sondern einfach proklamiert wurden, die Aufmerksamkeit und Schläue seines Charakters zur Schau zu stellen. Das verwirrte mich zunächst, aber die anderen Spieler und ich beschlossen, diese Dinge aufgrund der Müdigkeit des Spielers einfach mal hinzunehmen, zumal es keinen weiteren Einfluß auf die Geschehnisse hatte.

Das Feedback der Spieler war im Grunde positiv; gelobt wurden die Einfachheit des Systems; anfängliche Skepsis man könne sich schnell einen Charakter bauen oder auswählen war schnell überwunden, auch wenn die Auswahl dann doch bei jedem Spieler gewann; einer jedoch konnte diese Entscheidung erst treffen nachdem er einmal testweise Attribute ausgewürfelt hatte ... da war doch eigentlich schon das meiste getan? Auch die Frage, ob der Elf ein Waldläufer sein kann (ja), und ob man statt eines Schwertes auch einen Speer haben könne (ja) waren schnell und einfach beantwortet.

Die Kampfsystem-Erweiterung ist heute in der Schublade geblieben; sie muß noch auf dem Charakterbogen und in meinem Kopf Einzug halten, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Aber ich glaube ich habe es dieses Mal geschafft, die Kämpfe interessanter auszugestalten. Insgesamt bin ich zufrieden; mal schauen wann ich das nächste Mal DAS leiten kann.

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